Hottscheck-Narrenzunft Grötzingen 1968 e.V.
Hottscheck-Narrenzunft Grötzingen 1968 e.V.

50 Jahre Hottscheck-Narrenzunft Grötzingen - 
Von den Anfängen bis heute


Man versetze sich zurück in das Grötzingen des Jahres 1968. Die Fasenacht spielte sich lediglich in den Lokalen oder Vereinsheimen ab, so auch im Gasthaus „Zum Goldenen Ochsen“. Von alemannischer Fasnet ist nur ein Hauch zu spüren.

Am „Schmutzige Dunschdich“ verkleidete sich - angeregt von den Wirtsleuten Anna und Karl Kurz - eine Stammtischrunde als Schlumpeln und schnurrte bis in die Morgenstunden. Und so nahm das Schicksal mit den Pfinztal-Hexen von der Hätten-Hatten-Hohl seinen Lauf. Kurzfristig wurde für den Fasenachtsdienstag ein Umzug durch Grötzingen auf die Beine gestellt und bei Einbruch der Dunkelheit Eulalia I. gen Himmel geschickt.

Die Gründungssitzung der damaligen Hottscheck-Hexen Grötzingen war am 11.11.1968. Unter Leitung des 1. Vorsitzenden, Hubert Wingerath, feierten 1969 der Hexenball und der Rathaussturm Premiere. Der Hexenruf „Narri-Narro, die Hottscheck-Hex’ isch do!“ wurde geboren und die aktiven Mitglieder präsentierten ihr einheitliches Häs.

1972 wurde die Hottscheck-Hexenzunft in das Vereinsregister des Amtsgerichts Durlach eingetragen, der Hexenball fand wegen des großen Zuspruchs erstmals in der TSV-Halle auf dem Grollenberg statt. Das Programm gestaltete die Zunft größtenteils aus den eigenen Reihen: Kurt Heidt, Fritz Hammer, Wilfried Jung, Ursula Vogt und die Dorfschlappen Elisabeth.Bartl und HelgaWendland brillierten in der Bütt; nicht zu vergessen Hubert Wingerath, Kurt Heidt und Gerhard Vogt als Ringelsockensänger.

1974 schnitzte Holzbildhauer Wernet aus Elzach die ersten Hexenmasken für die Zunft, das Erscheinungsbild der Hottscheck-Hexe ist bis heute unverändert geblieben. 1975 wurde der Hexenmarkt ins Leben gerufen, und 1978 dann der Weinmarkt an Christi Himmelfahrt. Zum „1 x 11 –Jubiläum“ verlegte man Zunftabend und Rosenmontagsball in die neu erstellte Emil-Arheit-Halle.

In den folgenden Jahren baute man die Kontakte sowohl ins karnevalistische Karlsruhe (1977 Beitritt zum FKF) als auch in den alemannischen Schwarzwald und in die Schweiz aus.  

1990 wurde aus der Hexen- die Hottscheck-Narrenzunft Grötzingen 1968 e.V., die gleich im Folgejahr Zuwachs bekam durch die am 11.11.1991 gegründete Guggenmusik „Noten-Chaoten“. 2005 gesellte sich eine weitere Gruppe hinzu, nämliche „die Feurigen Männer“, die an eine Sagengestalt im Grötzinger Heimatbuch erinnern.

1992 wurde erstmals das Grötzinger Narrengericht abgehalten; Angeklagter war der damalige KSC-Präsident Schmider.
1993 wurde als weitere Veranstaltung der Närrische Seniorennachmittag aus der Taufe gehoben.  

1994 hatte der Grötzinger Nachtumzug seine Premiere und entwickelte sich zu einem weit über die Grenzen des Malerdorfes hinaus bekannten Event. Insgesamt 19 Mal zogen Guggenmusiken, Hexen, Teufel und andere Figuren der alemannischen Fastnacht bei Dunkelheit durch den Ort und verbreiteten eine ganz besondere Stimmung! Leider entwickelte sich das Ganze aber auch immer mehr zum Treffpunkt für stark alkoholisierte und gewaltbereite „Nicht-Fastnachter“, sodass der Zunftrat 2013 aus Sicherheitsgründen die Abschaffung des Nachtumzuges beschloss.

2007 erfuhr der Kinderumzug seine Neuauflage. Am Fastnachtsdienstagmorgen ziehen die Kindergartenkinder vom Krappmühlenweg bzw. jetzt vom Kegelsgrund aus auf den Hexenmarkt am Rathausplatz.

Seit 2014 gibt es den Grötzinger Narrensprung. Sonntagmittags – direkt im Anschluss an den Rathaussturm und das Narrengericht - begeistern Guggenmusiken, Hexen, Teufel, Waldgeister u.ä. Alt und Jung mit alemannischem Narrentreiben in den Gassen und auf dem Rathausplatz.

Die Hottscheck-Narrenzunft Grötzingen 1968 e.V. ist auch außerhalb der Fastnachtszeit aktiv und präsent, und zwar nicht nur im Ort selbst (z.B. Kulturmeile) sondern auch in Karlsruhe (z.B. Heimattage). Bei allen Aktivitäten versuchen wir, Tradition und Gegenwart zu verbinden und den Menschen ein Stück Heimat und Geborgenheit zu vermitteln.

Gemeinsam wird es weitergehen…
In diesem Sinne: „Narri-Narro – d`Hottscheck-Hex isch do!“

(cdw)

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